Aktion „Schmerzens-Wunsch“ zeigt:
Lebensqualität ist „Schmerzens-Wunsch“ Nr. 1

Schmerz ist messbar. Doch lässt sich auch ermessen, in welchem Ausmaß chronische Schmerzen das Leben der Patienten beeinflussen? „Für einen Gesunden ist es meist schwer nachvollziehbar, dass ständige Schmerzen sämtliche Bereiche des Lebens massiv einschränken“, sagt Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V. Um Menschen über chronische Schmerzen aufzuklären und Defizite in der schmerztherapeutischen Versorgung offen zu legen, hat die Initiative Schmerz messen die Aktion „Schmerzens-Wunsch" ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Wünsche von Schmerzkranken in Worte zu fassen, ihren Leidensdruck zu dokumentieren und so auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Schmerzpatienten, Angehörige, Ärzte und Pflegekräfte haben die Chance genutzt. Von März bis September 2009 schickten sie ihre Wünsche in Bezug auf chronische Schmerzen per Aktionskarte, E-Mail oder über diese Website an die Initiative Schmerz messen.

3.274 Einsendungen mit häufig sehr persönlichen Wünschen sind eingetroffen. 2.670 kamen von Schmerzpatienten.


Was wünschen sich Schmerzpatienten in Deutschland?

• Lebensqualität zurück gewinnen
• Bessere schmerztherapeutische Versorgung
• Weniger Schmerzen
• Wirksame und verträgliche Schmerztherapie
• Bessere schmerztherapeutische Ausbildung
• Mehr Verständnis/Akzeptanz 

Spendenübergabe: Erfolgreicher Abschluss der Aktion „Schmerzens-Wunsch“

Birgit Steinhauer, Leiterin Kommunikation von Mundipharma, überreicht einen Scheck von 3.274 Euro an den Vorstand der Deutschen Schmerzliga e.V.: Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsidentin Dr. Marianne Koch, Rolf Fahnenbruck, Birgitta Gibson, und Harry Kletzko (v.l.n.r.)
Birgit Steinhauer, Leiterin Kommunikation von Mundipharma, überreicht einen Scheck von 3.274 Euro an den Vorstand der Deutschen Schmerzliga e.V.: Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsidentin Dr. Marianne Koch, Rolf Fahnenbruck, Birgitta Gibson und Harry Kletzko (v.l.n.r.)

Chronische Schmerzen treten monate- oder jahrelang immer wieder auf oder sind ständig vorhanden. Sie bestimmen den Tagesablauf der Patienten, haben einen erheblichen Verlust an Lebensfreude zur Folge und enden oft in Depressionen und sozialer Isolation. Eine wirksame Schmerztherapie ermöglicht es Patienten, im Alltag mobil zu bleiben und wieder aktiv am Leben teilzunehmen.

Zu den neusten Erkenntnissen rund um die Schmerzforschung und -therapie tauschen sich Experten auf dem 21. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativtag vom 18. bis 20. März 2010 in Frankfurt aus. Im Rahmen des Kongresses erhält die Deutsche Schmerzliga e.V. eine Spende in Höhe von 3.274 Euro von Mundipharma. Birgit Steinhauer, Leiterin Kommunikation des Limburger Unternehmens, überreicht den Scheck an Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V.

Die Spende resultiert aus der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ der Initiative Schmerz messen, einer Kooperation der Deutschen Schmerzliga e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. Von März bis September 2009 sammelte die Initiative die Wünsche von Schmerzpatienten, ihren Angehörigen sowie Ärzten und Pflegenden. Die Lebensqualität stellt hierbei für viele das größte Bedürfnis dar. Ingesamt trafen 3.274 Einsendungen ein, für die Mundipharma je einen Euro an die Schmerzliga spendet.

„Die Aktion gibt Schmerzpatienten eine Stimme, indem sie ihre Wünsche in Worte fasst, ihren Leidensdruck dokumentiert und die Öffentlichkeit für ihre Bedürfnisse sensibilisiert“, fasst Koch die Ziele der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ zusammen. „Das Wissen um die konkreten Wünsche und Bedürfnisse von Betroffenen hilft uns bei der Entwicklung neuer, noch besserer und noch verträglicherer Arzneimittel. Denn als forschendes Pharmaunternehmen ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten eines unserer wichtigsten Ziele. Wir freuen uns, dass wir auch mit unserer Spende dazu beitragen können, dieses Ziel zu erreichen“, sagt Steinhauer. „Die Schmerzliga leistet wichtige Aufklärungsarbeit und zeigt Betroffenen eine Perspektive aus ihrem Schmerz. Wir unterstützen diese Arbeit, damit in Zukunft noch mehr Menschen mit chronischen Schmerzen davon profitieren.“

Im Anschluss an die Aktion „Schmerzens-Wunsch“ startet die Aktion „Tipps bei Schmerzen gesucht“, bei der Patienten dazu aufgerufen werden, ihren Leidensgenossen Tipps zum Umgang mit dem Schmerz zu geben.

Weitere Informationen zur Aktion „Tipps bei Schmerzen gesucht“

Lebensqualität: für die meisten Schmerzpatienten der größte Wunsch

Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V. und Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., präsentieren die 3.274 Einsendungen mit „Schmerzens-Wünschen” von Schmerzpatienten, Angehörigen, Ärzten und Pflegekräften.
Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V. und Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., präsentieren die 3.274 Einsendungen mit „Schmerzens-Wünschen” von Schmerzpatienten, Angehörigen, Ärzten und Pflegekräften.

„Ich würde mich gerne wieder frei bewegen können, mit anderen lachen, ohne Angst und Sorgen sein und das Leben wieder genießen können.“ So wie dieser 45-Jährigen geht es vielen Schmerzpatienten. Sie wünschen sich ihre Lebensqualität zurück. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, in welchem Ausmaß chronische Schmerzen das Leben der Patienten beeinflussen. Denn chronische Schmerzen, die nicht adäquat behandelt werden, schränken die Aktivität stark ein. Einkaufen gehen, sich um den eigenen Garten kümmern, mit den Kindern spielen, mit Freunden ins Theater oder zum Kegeln – all das ist nicht mehr möglich. Die meisten Wünsche im Bereich „Lebensqualität“ beziehen sich auf Aktivität/Bewegung. Denn fehlende Mobilität wirkt sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens aus. Nicht selten müssen Patienten beispielsweise ihren Beruf wegen der Schmerzen wechseln oder sogar ganz aufgeben. Den Arbeitsalltag bewältigen können, eigenes Geld verdienen, beruflich wieder aktiv werden – viele Wünsche beschäftigen sich mit dem Thema Arbeit. Chronische Schmerzen wirken sich direkt auf den Arbeitsalltag aus. Sie erschweren die körperliche Arbeit und die Konzentration. Zudem wird die Leistungsfähigkeit geschwächt, wenn Schmerzen nachts besonders stark sind und den Schlaf rauben. Das bedeutet Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Antriebslosigkeit am nächsten Tag.

Wenn Schmerzen zahlreiche Bereiche des Lebens einschränken, ist das für die Patienten nur schwer zu verkraften. Gefühle der Hoffnungslosigkeit, der Angst und Ohnmacht sind die Folge. Auf Dauer ist das zermürbend und endet oft in Resignation und Depression. Einige „Schmerzens-Wünsche“ befassen sich mit den Themen Stimmung und Lebensfreude. Denn Schmerzpatienten ziehen sich zurück und nehmen nicht mehr aktiv am Leben teil. Dabei wünschen sie sich nach wie vor, Freunde zu treffen und so ihre sozialen Kontakte zu pflegen. Sie wollen „raus aus der Isolation" durch die Schmerzkrankheit. Denn diese verstärkt das Gefühl des Nicht-mehr-Dazugehörens in einer gesunden, leistungsbetonten Gesellschaft. Ebenso sollen persönliche enge Beziehungen nicht unter den chronischen Schmerzen leiden oder gar zerbrechen. Denn im schlimmsten Fall führt die soziale Isolation der Patienten auch zu einer Entfremdung vom Partner oder von Familienmitgliedern. Dieses „Eingesperrt-sein in einem Käfig" durch die ständigen Schmerzen zerstört die Lebensqualität.

Bessere schmerztherapeutische Versorgung

Die per Postkarte eingesandten "Schmerzens-Wünsche"
Die per Postkarte eingesandten "Schmerzens-Wünsche"

Auch eine bessere Versorgung ist Schmerzpatienten wichtig. Dazu zählt die richtige Diagnose und Therapie ihrer Schmerzen. Die Patienten wünschen sich zum Beispiel, einen guten Schmerztherapeuten zu finden sowie endlich ein wirksames Schmerzmedikament zu erhalten oder bislang wirksame Arzneimittel weiterhin vom Arzt verschrieben und von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Diese Wünsche resultieren daraus, dass von den schätzungsweise 15 Millionen Schmerzpatienten in Deutschland nur etwa 20 Prozent eine adäquate Schmerztherapie erhalten – trotz vorhandener effektiver Therapieoptionen.

In den Wünschen nach einer besseren Versorgung wird auch die Rolle der Krankenkassen kritisiert: weniger Bürokratie, besser auf Schmerzen geschulte Mitarbeiter, Übernahme der Therapiekosten, mehr Leistungen wie Physiotherapie, weniger Einsparungen allgemein. Zudem wünschen sich Patienten, dass sich die Versorgung allgemein verbessert. Für sie bedeutet das, schneller einen Termin beim Schmerztherapeuten zu erhalten, weniger lange Wartezeiten, mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, mehr Schmerzkliniken oder auch die Berücksichtigung der Schmerzkrankheit bei Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises.

In den Wünsche wird außerdem geäußert, dass der Arzt die Schmerzen ernst nehmen, Verständnis zeigen und auf die Probleme des Patienten eingehen soll. Dabei sollte er genug Zeit für Patientengespräche haben und dabei seinem Patienten zuhören. Doch die Ärzte können diesem Wunsch nicht so nachkommen wie sie gerne möchten. Die Zeit für ihre Patienten ist begrenzt. Denn es gibt zu wenige Schmerztherapeuten für zu viele Schmerzpatienten. Für eine flächendeckende Versorgung der Patienten in Deutschland wären schätzungsweise 3.000 schmerztherapeutische Einrichtungen notwendig. Tatsächlich stehen jedoch weit weniger Schwerpunktpraxen, Schmerzambulanzen und spezielle Abteilungen in Kliniken zur Verfügung. Lange Wartezeiten und überfüllte Arztpraxen sind die Folge.

Die Wünsche in der Kategorie „bessere Versorgung“ beziehen sich auch auf das Thema Gesundheitspolitik. Dahinter stehen vor allem die Forderungen an die Politiker, sich mehr für Schmerzpatienten einzusetzen und die Voraussetzungen für eine bessere schmerztherapeutische Versorgung zu schaffen. Denn die gesundheitspolitischen Entwicklungen seit Beginn dieses Jahres sorgen nicht dafür, dass sich die Situation der Schmerzpatienten verbessert. Im Gegenteil: Die Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitssystem machen es Ärzten schwer, den Wunsch der Patienten nach Schmerzlinderung zu erfüllen und so ihre Lebensqualität zu erhöhen. Denn um Kosten zu sparen, fördern Neuerungen wie der Gesundheitsfonds, Rabatt- und Hausarztverträge eine Arzneimittelverordnung nach Preis statt nach wissenschaftlichem Standard. Das Wohl der Patienten gerät dabei in den Hintergrund.

Weniger Schmerzen sowie wirksame und verträgliche Schmerztherapie

"Schmerzens-Wünsche"
"Schmerzens-Wünsche"

Die Betroffen wünschen sich  vor allem auch weniger bzw. erträgliche Schmerzen oder Schmerzfreiheit sowie eine wirksame und verträgliche Schmerztherapie. Derzeit sind Ärzte in ihrem Studium nicht dazu verpflichtet sind, Kenntnisse über chronische Schmerzen zu erwerben. Dieses Manko bekommen die Schmerzpatienten zu spüren. Bis zu zehn verschiedene Ärzte und bis zu sechs Jahren dauert es, bis Schmerzpatienten adäquat behandelt werden. Deshalb wünschen sich die Patienten auch eine bessere schmerztherapeutische Ausbildung. Für einen gesunden Menschen ist ein Leben mit chronischen Schmerzen nur schwer nachvollziehbar. Dies ist ein Grund dafür, dass sich viele Schmerzpatienten von ihrem Umfeld nicht verstanden und nicht ernst genommen fühlen. Im schlimmsten Fall wird ihnen sogar unterstellt, sie simulierten. In dieser Situation zweifeln viele Patienten an sich selbst und geben sich auf. Deshalb liegt ihnen nicht zuletzt mehr Verständnis gegenüber Schmerzpatienten bzw. mehr Akzeptanz ihrer Schmerzkrankheit am Herzen.

Die „Schmerzens-Wünsche“ der Patienten basieren auf persönlichen Erfahrungen, beziehen sich aber auch auf gesundheitspolitische und gesellschaftliche Strukturen. „Jeder Wunsch ist gleich wichtig. Auch wenn einige Wünsche häufiger genannt werden als andere“, meint Koch. „Denn jeder einzelne Wunsch steht für ein Schicksal und zeigt die Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit für Schmerzpatienten in Deutschland auf“. Um diese Situation von Schmerzpatienten zu verbessern, ist eine engmaschige Betreuung durch qualifizierte Ärzte und eine effektive medikamentöse Schmerztherapie erforderlich. „Mit einer stark wirksamen und sehr gut verträglichen Schmerztherapie lässt sich Lebensqualität wiederherstellen. Handlungsbedarf besteht vor allem im Bereich gesundheitspolitischer Strukturen, aber auch bei den Ärzten und den Patienten selbst“, sagt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Eine Auswahl mit „Schmerzens-Wünschen“ der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ finden Sie hier als PDF-Download

Zur Aktion „Schmerzens-Wunsch“

Wer hat teilgenommen?

Die Teilnehmer waren zu 69 Prozent Frauen und zu 24 Prozent Männer. 7 Prozent machten dazu keine Angabe. In unserer Gesellschaft werden chronische Schmerzen oft mit älteren Menschen assoziiert. Dass jedoch auch jüngere Menschen von chronischen Schmerzen betroffen sind, zeigen die Ergebnisse der Aktion „Schmerzens-Wunsch“. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer ist im erwerbsfähigen Alter. Ein Viertel ist zwischen 50 und 59 Jahre alt und knapp ein Fünftel ist zwischen 40 und 49 Jahren. Dieses Ergebnis ist gravierend, denn die chronischen Schmerzen zwingen viele Patienten, ihren Beruf zu wechseln oder sogar ganz aufzugeben.

Schmerzursachen der Teilnehmer

In Bezug auf die häufigste Schmerzursache decken sich die Ergebnisse der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ mit den Angaben der Krankenkassen und des Forschungsministeriums: Rückenleiden sind die häufigste Schmerzursache. 39 Prozent der Teilnehmer nannten diese, gefolgt von Fibromyalgie (16 Prozent), Arthrose/Arthritis (13 Prozent) und Erkrankungen des Nervensystems (11 Prozent). Weitere Schmerzursachen: Kopfschmerzen/Migräne, Operation, Rheumatische Erkrankungen, Osteoporose und Tumorerkrankungen. Mehrfachnennungen waren möglich. Die durchschnittliche Schmerzstärke von 6,5 auf der Schmerzskala (0 = keine Schmerzen, 10 = stärkste verstellbare Schmerzen) macht deutlich, dass es sich bei den Schmerzen der meisten Teilnehmer nicht nur um chronische sondern auch um starke chronische Schmerzen handelt.

Eine Aktion der Initiative Schmerz messen.

Eine Initiative

der Deutschen Schmerzliga e.V. und

der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Die Aktion wird unterstützt von Mundipharma.

Jede Stimme zählt!

Petition

Tipps der

So profitieren Arzt und Patient. mehr

Aktuelle Termine

Patientenveranstaltungen und Telefonaktionen können hier abgerufen werden.