Schmerzen in Europa
Jeder fünfte Europäer lebt oft mit quälenden Schmerzen, 34 Milliarden Euro wirtschaftliche Einbußen und 15 Millionen Menschen, die sogar an Selbstmord denken: Willkommen im Europa des Schmerzes – zum ersten Mal beleuchtet durch die Studie „Pain in Europe“. Mit mehr als 46.000 befragten Personen ist dies die bislang größte und detaillierteste Studie über (chronischen) Schmerz in Europa. Erstmals werden die tatsächlichen Auswirkungen von chronischem Schmerz deutlich gemacht, um Millionen von Leidtragenden einen Weg aufzuzeigen, ihren chronischen Schmerz in Zukunft zu bewältigen. Aus der Gruppe der chronisch Schmerzkranken wurden 5.000 Personen näher zu ihren Leiden und deren Behandlung befragt.
Chronischer Schmerz: Ein gravierendes Problem
Chronischer Schmerz ist ein gewaltiges und weit verbreitetes Problem, das einen von fünf Erwachsenen in Europa trifft:
- Am höchsten ist der Anteil in Norwegen, Polen und Italien. Über ein Viertel der Erwachsenen gibt dort an, unter chronischen Schmerzen zu leiden.
- In Spanien ist die Verbreitung am geringsten, obwohl auch hier mehr als ein Zehntel der Bevölkerung (11 Prozent) an chronischem Schmerz leidet.
Chronischer Schmerz: Ein langwieriges Problem
Menschen mit chronischem Schmerz leiden im Schnitt 7 Jahre unter ihrer Krankheit, jeder Fünfte sogar 20 Jahre oder länger:
- Ein Drittel der Patienten leidet ständig unter chronischem Schmerz - den ganzen Tag, jeden Tag, 365 Tage im Jahr.
- Bei über 50 Prozent aller Betroffenen kann die Zeit, die bis zu einer angemessenen Schmerzkontrolle vergeht, mehr als zwei Jahre betragen.
- Ein Drittel der Betroffenen wird durch den Schmerz so beeinträchtigt, dass sie das Gefühl haben, ihn "nicht mehr ertragen" zu können.
Chronischer Schmerz: Ein teueres Problem
Jedes Jahr gehen europaweit fast 500 Millionen Arbeitstage durch chronischen Schmerz verloren – das kostet die europäische Wirtschaft mindestens 34 Milliarden Euro. Die reinen Kosten können den wirklichen Verlust an Arbeitskraft jedoch nur andeuten. Jeder fünfte Betroffene hat infolge seines Schmerzes seinen Arbeitsplatz verloren. Nicht behandelter chronischer Schmerz kann das Leben der Betroffenen zerstören – ihre Arbeit und Familien beeinträchtigen und oft als Folge Depressionen auslösen.
- Bei einem Fünftel aller Patienten, die unter chronischem Schmerz leiden, wurden Depressionen als direkte Folge des Schmerzes diagnostiziert,
- Spanien weist die höchste Rate (29 Prozent) an Depressionen infolge von Schmerzen auf, gefolgt von Norwegen (28 Prozent). Die geringste Depressionsrate hat Dänemark.
- Bis zu 50 Prozent der chronisch Schmerzkranken berichten von Gefühlen der Hilflosigkeit oder der Unfähigkeit zu denken bzw. "normal zu funktionieren".
Die Beeinträchtigung des Alltags
Über 40 Prozent der von chronischem Schmerz Betroffenen stellen fest, dass sich der Schmerz auf ihre alltäglichen Aktivitäten auswirkt – vom Heben und Tragen bis hin zu Sport und Schlaf:
- Fast jeder Sechste der chronisch Schmerzleidenden empfindet seine Schmerzen manchmal als so unerträglich, dass er sterben möchte.
- Bei 34 Prozent der Betroffenen sind die sexuellen Aktivitäten in Mitleidenschaft gezogen und 73 Prozent sind der Ansicht, dass sie nachts schlechter schlafen können.
- Das Problem der sozialen Isolation scheint in Frankreich am akutesten zu sein. Hier hält sich der größte Anteil der Betroffenen (39 Prozent) für nicht in der Lage, mit anderen über ihre Schmerzen zu sprechen.
Die Beziehung zwischen Arzt und Patient
Trotz einiger Fortschritte bei der Bewältigung von chronischem Schmerz leiden viele Schmerzpatienten nach wie vor unnötig aufgrund unzureichender Auswertung, Beurteilung, Kontrolle und Behandlung:
- Ein beträchtlicher Anteil (43 Prozent) der chronisch Schmerzkranken ist der Ansicht, dass ihre Ärzte sich mehr auf ihre Krankheit als auf ihren Schmerz konzentrieren.
- Fast zwei Drittel geben an, dass sie "sehr oder äußerst zufrieden" mit dem Arzt sind, der ihre Schmerzen behandelt - die Zufriedenheit ist in Belgien am höchsten (78 Prozent) und in Polen am geringsten. Hier sind nur 20 Prozent der Betroffenen "äußerst" oder "sehr zufrieden".
- Dennoch berichten fast zwei Drittel, dass ihre medikamentöse Behandlung manchmal nicht ausreichend wirksam ist und nur bei einem von zehn Betroffenen der Schmerz bisher auf einer Schmerzskala gemessen wurde.
- Besorgnis erregend ist, dass nur 23 Prozent jemals von einem spezialisierten Schmerztherapeuten untersucht wurden.
- Ein Drittel aller Patienten ist der Ansicht, dass ihr Arzt nicht weiß, wie er ihre Schmerzen unter Kontrolle bringen soll.
Die Behandlung des Schmerzes
Chronisch Schmerzbetroffene stellen fest, dass erhebliches Verbesserungspotenzial bei der Effektivität der Schmerzbehandlung vorhanden ist:
- Mehr als zwei Fünftel haben zu stärkeren Medikamenten gewechselt.
- Mehr als zwei Drittel sind bereit, neue Medikamente auszuprobieren.
- Patienten in Spanien und Italien haben selten Zugang zu einer Behandlung mit starken Opioiden - den stärksten aller Schmerzmittel. In Großbritannien, Deutschland, Irland und Dänemark dagegen werden starke Opioide häufiger verwendet, um Beschwerden zu lindern.
- In Finnland wird am häufigsten Gebrauch von alternativen Therapiemethoden gemacht: 91 Prozent der chronisch Schmerzleidenden wenden eine oder mehrere Behandlungen an – Spanien hat mit 56 Prozent den geringsten Anteil an diesen Verfahren.
Mangelhafte Information für Patienten
Fast ein Drittel aller Patienten beklagt sich darüber, dass sie nicht über neue Methoden informiert wurden, die ihnen helfen könnten, ihre Schmerzen besser in den Griff zu bekommen. Die Studie „Pain in Europe“ hat dafür zwei mögliche Erklärungen aufgedeckt:
- 65 Prozent der Patienten konsultieren nur einen oder zwei Ärzte, wobei 70 Prozent dieser Ärzte Allgemeinmediziner und nicht auf Schmerztherapie spezialisiert sind.
- 72 Prozent der Patienten beziehen ihre Informationen über Schmerzbehandlung über das Fernsehen und aus Zeitschriften und Zeitungen - im Vergleich dazu haben nur 5 Prozent aktiv im Internet nach Informationen gesucht.
Quelle: Pain in Europe Survey, NFO World Group, Oktober 2002-Juni 2003
Die Studie „Pain in Europe“ wurde in den Jahren 2002 und 2003 durch die NFO World Group durchgeführt. Sie wurde als Bildungsangebot von Mundipharma International Limited unterstützt.
Weitere Informationen und länderspezifische Berichte finden Sie unter
www.paineurope.com






