Die Schmerzkrankheit

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Diesen Satz hat bestimmt jeder in seinem Leben schon einmal gehört. Leider gibt es viele Menschen, die dieses Motto auch bei ernsthaften Erkrankungen leben. Doch dieser Weg ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich, weil sie riskieren, dass der Schmerz zu ihrem dauerhaften Begleiter wird.

Ärzte unterscheiden zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Der akute Schmerz hat eine wichtige Warn- und Schutzfunktion. Er zeigt uns, dass etwas mit unserem Körper nicht in Ordnung ist. Wird die Ursache des Schmerzes behandelt, ist der Schmerz meist schnell wieder verschwunden. Problematisch wird es, wenn starke Schmerzen nicht rechtzeitig und nicht effektiv gelindert werden. Dann kann sich der Schmerz zu einer eigenständigen Erkrankung, der Schmerzkrankheit entwickeln. Experten sprechen bei dieser Form von Schmerzen, die über Monate oder Jahre andauern, auch von chronischen Schmerzen. Die Nervenzellen reagieren überempfindlich und melden dem Gehirn Schmerzsignale, auch wenn die Ursache des Schmerzes nicht mehr besteht. Diese Schmerzen entstehen häufig durch Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Rückenleiden, Osteoporose, Rheuma, Arthrose oder Arthritis. Gerade wenn eine dieser Erkrankungen bei Ihnen vorliegt sollten Sie besonders aufmerksam sein und bei auftretenden Schmerzen schnell einen Arzt aufsuchen, denn „ein kluger Indianer hält den Schmerz nicht aus“!

Schmerzentstehung, -weiterleitung und -verarbeitung

Film [1:08 Min.]
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  • 00:07 Ein Reiz, hier ein Stich, aktiviert den Nozizeptor im Finger.
  • 00:08 Der Impuls wird über eine periphere Nervenbahn an das Rückenmark weitergeleitet.
  • 00:23 Der Reiz kommt im Rückermark an. Er wird hier noch nicht als Schmerz erkannt, kann aber einen Reflex (Zurückziehen der Hand) auslösen.
  • 00:29 Der Reiz wird elektrisch über die Ausläufer (Dendriten) der Nervenfasern im Rückenmark verteilt. Hier treffen verstärkende und hemmende Signale aufeinander.
  • 00:37 An der Synapse bewirkt der Impuls die Freisetzung chemischer Botenstoffe, die auf die nächste Nervenzelle übertragen werden und dann wiederum einen elektrischen Impuls auslösen.
  • 00:52 Der Reiz kommt so im Gehirn an.
  • 01:04 Hier sind verschiedene Teile des Zentralnervensystems an der Schmerzwahrnehmung beteiligt: Vom Spinal Cord (Rückenmark) wird der Impuls über die Reticular Formation, das Koordinationszentrum im Hirnstamm, zum Thalamus (Zwischenhirn) und von dort an den Cortex (Großhirnrinde) geleitet. Erst an dieser Stelle wird der Reiz als Schmerz bewusst. Im Cingulate Cortex, einem Teil des Limbischen Systems, wird der Schmerz emotional bewertet. Durch die Erfahrung wird ein Stich auch sofort als ein solcher bewusst.
  • 01:06 Die Schmerzkontrolle (blau) erfolgt durch hemmende Impulse und Hormonausschüttung. Daran beteiligt sind - neben Cortex, Thalamus und Reticular Formation - das Periaqueductal Gray und der Parabrachial Nucleus im Hirnstamm, sowie die Substantia Gelantinosa im Rückenmark und der Hypothalamus.

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Teufelskreislauf Schmerz

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