Schmerzmedikamente
Welche Schmerzmittel für Sie die richtigen sind, muss selbstverständlich Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen zusammen entscheiden. Generell sind Schmerzmittel entsprechend ihrer Wirkstärke in sogenannte Nicht-Opioide, in schwache und in starke Opioide eingeteilt.
Nicht-Opioide werden bei akuten Schmerzen häufig als schnell wirksame Medikamente eingesetzt, die vorwiegend am Ort der Schmerzentstehung wirken. Sie führen zu einer eher kurzfristigen Schmerzlinderung und sind in ihrer Wirkstärke relativ schwach. Aber sie lindern vorübergehende Schmerzen effektiv. In der Langzeitanwendung allerdings können Nicht-Opioide zu ernsthaften Nebenwirkungen führen und innere Organe wie Magen, Leber oder Nieren dauerhaft schädigen.
Schwache Opioide eignen sich für die Langzeitbehandlung, dürfen jedoch nur bis zu einer bestimmten Höchstdosis eingesetzt werden. Wird diese Dosis überschritten, wird meist keine bessere Schmerzlinderung erzielt, sondern lediglich die Nebenwirkungen nehmen zu (je nach Präparat z.B. Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung).
Starke Opioide sind das Schmerzmittel der Wahl bei starken und bei chronischen, also andauernden, Schmerzen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bei starken und stärksten Schmerzen die Einnahme retardierter Opioide in Tabletten- oder Kapselform. Das lateinische Wort "retardare" bedeutet "verzögern": Retardpräparate geben ihren Wirkstoff kontinuierlich über einen Zeitraum von zirka 12 oder 24 Stunden in die Blutbahn ab und sorgen so für eine Schmerzlinderung rund um die Uhr.
Opioide sind synthetische Abkömmlinge des Morphiums, jedoch viel besser untersucht und zu dosieren. Sie wirken direkt im zentralen Nervensystem, also in Gehirn und Rückenmark, und sind besonders verträglich, da sie den Endorphinen, die der Körper bei einem Schmerzreiz selbst produziert, ähneln. Opioide wirken gewissermaßen wie diese körpereigenen Schmerzmittel.
Viele Patienten machen sich Sorgen über die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln. Das sollte Sie aber nicht von einer Schmerztherapie abhalten. Denn es gibt eine große Bandbreite von Schmerzmedikamenten, die nicht nur in ihrer Stärke und Wirkweise variieren, sondern auch verschiedene Nebenwirkungen haben. Manche glauben zudem, dass starke Schmerzmittel auch besonders starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Doch diese Befürchtung stimmt so nicht.
Vorübergehende Nebenwirkungen von Opioiden
Müdigkeit: In den ersten Behandlungstagen kann es sein, dass Sie sich tagsüber müde fühlen. Haben Sie etwas Geduld und stellen Sie sich darauf ein. Nehmen Sie in dieser Zeit bitte nicht aktiv am Straßenverkehr teil. Schon nach einigen Tagen werden Sie feststellen, dass die Müdigkeit nachlässt. Dann werden Sie tagsüber sogar wacher sein, da Sie ohne Schmerzen nachts besser schlafen.
Übelkeit: In der Anfangsphase der Therapie kann auch Übelkeit auftreten, die nach wenigen Tagen abklingt. Diese Beschwerden können z.B. mit Tropfen gegen Übelkeit (Antiemetika) behandelt werden. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Länger anhaltende Nebenwirkungen von Opioiden
Verdauungsprobleme: Früher waren Verstopfung und dadurch bedingte weitere Verdauungsprobleme häufig die unangenehmsten Nebenwirkungen einer Opioid-Therapie. Meist waren diese von dauerhafter Natur und konnten nur mit regelmäßiger Einnahme von Abführmitteln reduziert werden. Abführmittel verursachen aber ihrerseits Nebenwirkungen, die zusätzlich einen großen Verlust an Lebensqualität für Patienten bedeuten. Jedoch gibt es inzwischen sogar Kombinationspräparate aus einem starken Opioid und einem sogenannten Opioid-Gegenspieler. Sie lindern effektiv den Schmerz, sind sehr gut verträglich und erhalten darüber hinaus die normale Darmfunktion. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin danach.
Darauf sollten Sie bei der Einnahme achten
Die Durchführung einer Schmerztherapie ist einfach. Wurde Ihnen ein modernes retardiertes Schmerzmittel mit 12-stündiger Wirkdauer verordnet, müssen Sie nur wenige Grundregeln beachten.
- Wichtig ist vor allem, dass Sie die Tabletten immer nach einem festen Zeitschema einnehmen. So ist ständig eine gleich bleibende Menge des Wirkstoffs im Blut vorhanden und die Schmerzen werden konstant gelindert.
- Nehmen Sie Ihre Tabletten regelmäßig ein, z.B. bei zweimal täglicher Gabe alle 12 Stunden – z.B. morgens und abends jeweils um 8 bzw. 20 Uhr.
- Vielleicht hat Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Tagesdosis in zwei unterschiedliche Dosierungen aufgeteilt. Beachten Sie dies bei der Einnahme. Denn möglicherweise benötigen Sie tagsüber eine höhere Dosis als nachts – oder umgekehrt.
- Wenn sich Ihre Schmerzstärke ändert, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die erforderliche Schmerzmitteldosis schnell und tageweise an Ihre Bedürfnisse anpassen.
- Nehmen Sie keinesfalls eigenmächtig zusätzliche Tabletten oder andere Schmerzmittel.







